Häufige Fragen
Antworten zu Verfahren, Getriebetypen, Wechselintervallen, Kosten und DSG-Adaption bei der Getriebeölspülung.
- Beim einfachen Ablassen läuft das Öl durch die Ablassschraube aus – das erfasst aber nur ca. 40–60 % des Gesamtölvolumens. Der Rest verbleibt im Drehmomentwandler, im Wärmetauscher und in den Ölkanälen. Bei einer Druckspülung wird das Altöl durch eine Spülmaschine vollständig ersetzt: Frischöl wird eingepumpt und das Altöl gleichzeitig abgesaugt, solange bis klares Öl zurückkommt. Das Ergebnis: 95–100 % Ölwechsel statt 40–60 %.
- Automatikgetriebe (Wandler-AT), DSG/DCT (Doppelkupplungsgetriebe), CVT (stufenlos) und Haldex-Allradkupplungen profitieren besonders stark von einer vollständigen Spülung – weil diese Getriebe große Ölmengen in Wandler, Kühler und Leitungen haben, die beim Ablassen nicht erreicht werden. Schaltgetriebe haben ein überschaubareres Volumen, profitieren aber ebenfalls von einer Spülung bei stark verbrauchtem Öl.
- Getriebeöl altert durch thermische und mechanische Beanspruchung: Viskosität sinkt (schlechtere Schmierung), Additive verbrauchen sich (Reibungspakete funktionieren nicht mehr korrekt), metallischer Abrieb sammelt sich an. Die Folge: Schaltprobleme, Schaltrucken, erhöhte Betriebstemperatur, vorzeitiger Verschleiß von Lamellen, Wandler und Pumpe. Getriebereparaturen kosten ein Vielfaches eines regelmäßigen Ölwechsels – vorsorgende Wartung schützt vor teuren Folgeschäden.
- Herstellerangaben variieren stark – viele nennen 'lebenslang' für das erste Befüllen, was in der Praxis nicht stimmt. Als Faustregel: DSG/DCT alle 40.000–60.000 km oder alle 4–5 Jahre, Wandler-Automatik alle 60.000–80.000 km, CVT alle 40.000–60.000 km, Haldex alle 40.000 km. Bei Fahrzeugen mit hoher Thermik (Anhängerbetrieb, sportliche Fahrweise, häufiges Stehen im Stau) die Intervalle kürzer wählen.
- Nein – eine Getriebeölspülung ist Wartung, keine Reparatur. Ein Getriebe mit mechanischen Schäden (defekte Lamellen, Wandlerprobleme, Magnetventile) wird durch frisches Öl nicht repariert. Im Gegenteil: Bei stark verschlissenen Getrieben kann frisches, dünneres Öl bestehende Symptome kurzzeitig verschlimmern, weil das Altöl mit seinen Ablagerungen manchmal als 'Dichtungsmasse' wirkt. Wir bewerten den Zustand vor der Spülung.
- Bei Getrieben mit erreichbarem und tauschbarem Filter (viele Wandler-AT und DSG-Typen): ja, wir tauschen den Filter bei jeder Spülung. Ein verbrauchter Filter reduziert den Öldruck und begrenzt die Wirkung des frischen Öls. Bei Getrieben mit sogenannten 'Lifetime'-Filtern, die nicht zugänglich sind, entfällt dieser Schritt – wir spülen dann intensiver.
- Die Kosten hängen vom Getriebetyp, Ölvolumen und der Ölspezifikation ab. Getriebeöl ist je nach Spezifikation deutlich teurer als Motoröl – DSG-Spezialöl (z.B. VW G 052 182) kostet mehrfach mehr als Standard-ATF. Wir nennen Ihnen den verbindlichen Festpreis nach Angabe Ihres Fahrzeugs und Getriebetyps.
- Ja – nach jeder Befüllung eines DSG-Getriebes muss das Getriebe neu angelernt werden (DSG-Adaption). Dabei lernt die Steuergeräte die Einrückpunkte der Kupplungen neu. Dies erfolgt per Herstellerdiagnose. Ohne Anlernen können Schaltrucken und unharmonisches Schaltverhalten auftreten. Wir führen das Anlernen bei jeder DSG-Spülung mit durch.
- Beim einfachen Ablassen über die Ölwanne fließen nur 40 bis 60 Prozent des Gesamtölvolumens ab. Der Rest – bis zu 60 Prozent – verbleibt im Drehmomentwandler, im Ölkühler und in den Hydraulikleitungen. Das bedeutet: Auch nach dem Ablassen schwimmen metallischer Abrieb, verbrauchte Additive und thermisch geschädigtes Altöl im System. Bei einer professionellen Getriebeölspülung wird unter kontrolliertem Druck 95 bis 100 Prozent des Altöls durch Frischöl ersetzt. Bei einem Mercedes 7G-Tronic (ca. 9,5 Liter Gesamtvolumen) bleiben beim Ablassen rund 4 Liter Altöl im System – bei einer Spülung weniger als 0,5 Liter. Dieser Unterschied ist entscheidend für den Werterhalt des Getriebes.